Busfahrer on Tour
Kategorie: Karriere, Buslogistik

Busfahrer werden: Ausbildung, Gehalt und Wissenswertes 

Der Beruf des Busfahrer ist ein vielseitiger und wichtiger Job, der jährlich neue Mitarbeitende sucht. Busfahrer werden In jeder Stadt gebraucht und es gibt eine Menge potenzieller Arbeitgeber. Ob von öffentlicher Hand oder im Privatunternehmen, der Beruf lässt sich unterschiedlich gestalten.

Wir möchten einen Überblick über die momentane Situation schaffen und einen Einblick in den Beruf des Busfahres geben. Wir zeigen auf, wie die Ausbildung zum Busfahrer abläuft, welche alternativen Möglichkeiten es zum Berufseinstieg gibt und wie die Verdienstmöglichkeiten sind. Zudem geben wir Aufschluss über wichtige Fakten und Informationen über den Alltag und Besonderheiten.

Warum sollte ich Busfahrer werden? 

Mobilität ist ein stetig wachsender Sektor und nimmt einen immer größer werdenden Bereich ein. Generell gilt der Job des Busfahrers als abwechslungsreicher Beruf. Der Kontakt und die richtige Kommunikation mit seinen Passagieren sind ebenso wichtig wie die sichere Beförderung der Gäste. Neben der Beförderung von Personen können Tätigkeiten wie der Verkauf von Tickets, Sightseeing oder die Ausgabe von Reisegepäck hinzukommen.

Der Busfahrer ist erster Ansprechpartner für die Gäste und klärt bei Ungereimtheiten auf. Die Verantwortung ist dementsprechend groß. Bei mehrtägigen Reisen wird die Unterkunft und die Verpflegung vom Kunden oder Arbeitgeber übernommen.

busfahrer auf der strecke

Zudem beobachten wir bei AGT Bus & Eventlogistik einen generellen Trend nach ökologisch nachhaltigen Busreisen. Viele Menschen wissen, dass die individuelle Anreise emissionsreich und teuer ist. Insbesondere mit den gestiegenen Kosten für endliche Rohstoffe im Jahre 2022, suchen viele Menschen nach nachhaltigen Lösungswegen, um Reisen wieder grüner zu gestalten. Busse und ihre Fahrer spielen also eine entscheidende Rolle für die Umwelt und die Mobilität von Morgen.

Viele Unternehmen suchen neue Mitarbeitende, um den Aufgaben gerecht zu werden und konkurrieren untereinander, um die wenigen potenziellen Mitarbeitenden. Der BDO (Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen) schätzt, dass es bis zu 36.000 vakante Stellen in den kommenden zehn Jahren geben wird (Stand 2022), die es zu besetzen gilt. Um die große Nachfrage zu stillen, locken viele Unternehmen mit überdurchschnittlichen Vergütungen und anderen Benefits. Mittlerweile ist die Lage auf dem Busmarkt so angespannt, dass viele Betriebe die Kosten für den Busführerschein übernehmen, um den Bewerbenden entgegenkommen.

Die Ausbildung zum Busfahrer  

Die Ausbildung zum Berufskraftfahrer ist eine staatlich anerkannte Ausbildung und wird seit 1973 angeboten. Die Ausbildungsdauer beträgt drei Jahre. In der Regel ist ein Hauptschulabschluss erforderlich, viele Betriebe nehmen aber auch Auszubildende ohne Schulabschluss an. Die Übernahmechancen nach der Ausbildung sind sehr hoch. Selbst falls es mit der Übernahme nicht klappt, sind die Chancen Jobs zu finden hoch, da es insbesondere in den Ballungsgebieten viele Stellen zu besetzen gilt. Die Ausbildung erfolgt hauptsächlich im Betrieb und in der Schule.

Im Betrieb lernen die Auszubildenden zum einen die Benutzung des Fahrzeugs als auch ihren zukünftigen Alltag kennen. Zum anderen muss man die körperliche und geistige Leistung in unterschiedlichen Prüfungen nachweisen können. In der Berufsschule wird der theoretische Grundstein gesetzt. Hier lernt man neben den bekannten Schulfächern, wie Wirtschafts- oder Sozialkunde auch Fachbereiche, wie Fahrgastsicherheit, Tarifrecht, erste Hilfe am Unfallort, ökonomisches und ökologisches Fahren sowie Unfall- und Gefahrenmanagement kennen.

Die Nutzung des Busses erreichen die Azubis mit dem Bestehen des Busführerscheins, die in den meisten Fällen parallel zur Ausbildung absolviert wird. In der Schule sind die Prüfungsfächer zum Beispiel betriebliche Planung und Logistik, aber auch klassische Schulfächer wie Wirtschafts- und Sozialkunde.

Die Abschlussprüfung am Ende der Ausbildung findet bei der IHK statt. In der Regel liegt das Gehalt während der Ausbildung eines Berufskraftfahrers im ersten Lehrjahr zwischen 530 und 670 Euro brutto. Im zweiten Jahr steigt das Gehalt auf 560 bis 720 Euro brutto. Im letzten Ausbildungsjahr kann ein angehender Busfahrer zwischen 600 und 800 Euro brutto erwarten.

Busfahrer als Quereinstieg

Viele Menschen wechseln nach Jahren in ihrem alten Job in die Busbranche und werden Busfahrer. Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Neben sicheren Arbeitsplätzen gibt es eine große Auswahl an potenziellen Arbeitgebern. Viele Arbeitgeber übernehmen die anfallenden Kosten der Umschulung zum Busfahrer. Die Umschulung ist häufig in Vollzeit zu leisten und besteht ebenfalls aus einem praktischen und theoretischen Teil, wobei der praktische Teil im Betrieb stattfindet.

Statt in die Berufsschule geht es bei Weiterbildungen häufig für den theoretischen Teil in alternative Bildungseinrichtung wie zum Beispiel die IHK, Dekra oder dem TÜV. In der Regel dauert die Ausbildung etwa 1 Jahr. Die Umschulung wird mit einer Prüfung abgeschlossen.

Es gibt verschiedene Varianten, seine Weiterbildung zu absolvieren. So lässt sich beispielsweise über die alternativen Bildungseinrichtung eine beschleunigte Grundausbildung absolvieren, die dann mit einer Prüfung abgeschlossen wird. Mit dem Abschluss der Grundqualifikation ist man anschließend auch für andere Ausbildungsberufe qualifiziert und kann sich weiterbilden. So lässt sich beispielsweise als Meister im Kraftverkehr ein Gehalt von bis zu 4000 Euro brutto monatlich verdienen.

Was verdient ein Busfahrer? 

Das Gehalt eines Busfahrers kann mitunter stark variieren. Wichtige Faktoren sind Arbeitgeber, Region und Berufserfahrung. Laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit können Busfahrer mit einem durchschnittlichen Gehalt von 3039 Euro brutto im Monat rechnen. Mit den höchsten Gehältern können Busfahrer in Baden-Württemberg rechnen. Vergütungen über 3400 Euro brutto monatlich sind hier möglich. Schlusslicht bildet Brandenburg. Hier gibt es im Schnitt nur 2562 Euro brutto monatlich zu verdienen.

Auch zwischen den Geschlechtern gibt es Unterschiede im Gehalt. So verdient man als Busfahrerin durchschnittlich mit 2930 Euro brutto im Monat und damit im Schnitt 122 Euro weniger brutto als Männer mit einem durchschnittlichen Gehalt von 3052 Euro brutto. Im öffentlichen Dienst wird in der Regel besser gezahlt als bei privaten Unternehmen. Die Gehälter unterscheiden sich aber zwischen den einzelnen Bundesländern und werden selbst mit den Gewerkschaften ausgehandelt.

Arbeitgeber für Busfahrer

Für Busfahrer gibt es Berufe in nahezu jeder Branche. Dabei wird in der Regel zwischen öffentlichen und privaten Arbeitgebern unterschieden.

Öffentliche Unternehmen für Busfahrer

Öffentliche Unternehmen sind in der Regel Fahrbetriebe, die den Nahverkehr in Städten und Kommunen regeln. Die Gehälter der Busfahrer im ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) sind in vielen Regionen tariflich gesichert und in der Nahverkehrsgewerkschaft organisiert. Generell profitieren Busfahrer von den Gewerkschaften, die sich für die Interessen und für verbesserte Konditionen der Busfahrer einsetzen Die Gehälter sind im Vergleich zu denen für private Unternehmer meist höher.

Private Unternehmen für Busfahrer

Busfahrer für private Unternehmen können für die unterschiedlichsten Aufgabenbereiche gebraucht werden. Für private Busunternehmen fahren Busfahrer Gäste zu ihren gewünschten Zieldestinationen und unterstützen den öffentlichen Nahverkehr. Manche Betriebe spezialisieren sich auf bestimmte Fahrtroutenwie zum Beispiel als Messe- und Flughafenshuttle oder Klassenfahrten für Schulen. Busfahrer unterstützen in großen Firmen dabei, die Mitarbeitenden in Form von Busshuttles zur Arbeit zu befördern, oder sind Teil eines Werkverkehres der eigens eingerichtet wurde.

Selbstständiger Busfahrer

Als selbstständiger Busfahrer hat man die freie Auswahl und kann Fahraufträge für diverse Unternehmen annehmen. Man ist eigenständig und hat die Möglichkeit, Aufträge abzulehnen und seine Arbeit so einzuteilen, wie man möchte. Grundlage dafür ist neben der Eignung auch eine Gewerbeanmeldung beim Finanzamt und das Besitzen eines eigenen Fahrzeuges. Die Erwerbsmöglichkeiten können als selbstständiger Busfahrer sehr lukrativ sein. Angebot und Nachfrage bestimmen hier den Preis. Dafür sind die Risiken höher, wenn beispielsweise die Aufträge ausbleiben.

Der Busführerschein

Der Busführerschein der Klasse D ist für die Beförderung von Personengruppen in Fahrzeugen von einem Gewicht über 750 kg zwingend erforderlich. Voraussetzung dafür ist neben dem Führerschein Klasse B ein Eignungsnachweis. Hier wird durch betriebs- oder arbeitsmedizinisches Gutachten sowie ein augenärztliches Gutachten, die Befähigung für den Führerschein geprüft. Der Führerschein der Klasse DE gilt nur für 5 Jahre und wird nach dem Bestehen der Eignungsprüfung neu erteilt.

Das Mindestalter für den Führerschein liegt bei 24 Jahren, kann aber bei Abschluss oder während einer Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer schon mit 18 Jahren erworben werden. Die Kosten für den Führerschein beginnen bei etwa 4500 Euro, werden aber mittlerweile häufig von den Unternehmen übernommen.

Besonderheiten und wichtige Fragen 

Der Beruf des Busfahrers ist deutlich umfangreicher, als man glauben mag. Dabei gibt es einiges, was die Busfahrer während ihrer Tätigkeiten zu beachten haben.

Ruhe- und Lenkzeiten für Busfahrer

Für alle Kraftfahrer gelten die allgemeinen Lenkzeiten. Ein Busfahrer darf so täglich nicht mehr als 9 Stunden fahren. Nach spätestens 4,5 Stunden muss eine Pause erfolgen. Arbeitgeber und Busfahrer müssen sicherstellen, dass die Regelungen ordnungsgemäß durchgeführt werden. Bei der Nicht-Einhaltung dieser Regelungen, können auf die Busfahrer als auch die Unternehmen empfindliche Geldstrafen zukommen.

Verhaltensweisen für Busfahrer

Als Busfahrer ist ein professionelles Verhalten enorm wichtig. Unfälle mit Autobussen sind aufgrund ihres Gewichtes und der vielen Passagiere besonders schwerwiegend. Zumal häufig die Passagiere nicht angeschnallt sind. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten können die Folgen fatal sein.

Midi-Reisebus Frontalansicht | AGT Bus- & Eventlogistik

Wir haben einige Regeln für die Verhaltensweisen von Busfahrer zusammengefasst:

  • Ein Busfahrer sollte stets gelassen und ruhig bleiben und sich auf das Fahrgeschehen konzentrieren
  • Achten Sie auf eine gute Körperhaltung auch während der Fahrt
  • Fahren Sie immer mit Ihrem Sicherheitsgurt
  • Drogen und Alkohol sind zu jeder Zeit verboten
  • Wenn Sie sich nicht wohl fühlen, halten Sie an
  • Halten sie sich an alle Verkehrsregeln sowie an die Ruhe- und Lenkzeiten

Wie sicher ist der Beruf als Busfahrer?

Der Bus gilt als das sicherste Verkehrsmittel laut bundesstatischem Amt. Dank der besonderen Schulung sind Busfahrer bestens auf die Herausforderungen im Straßenverkehr gewappnet. Das bestätigt auch der TÜV.

Im öffentlichen Dienst kann es zur Gewalt gegen den Busfahrer kommen. Solche Fälle treten aber relativ selten auf, vergleicht man die Anzahl der in Deutschland eingesetzten Busfahrer, dennoch sorgen solche Fälle für eine große Welle der Empörung und Unverständnis. Umso wichtiger ist es diese Fallzahlen so gering wie möglich zu halten. Hierfür ist ein deeskalierendes Verhalten des Busfahrers wichtig, um Konflikte jeglicher Art zu minimieren. Bei einem aggressiven Verhalten dem Busfahrer oder den Fahrgästen gegenüber, darf der Busfahrer den Übeltäter des Busses verweisen als auch die Polizei hinzuziehen.

Verpflegung und Unterbringung

Bei mehrtägigen Touren mit Übernachtung, wie zum Beispiel auf Klassenfahrten mit Schulklassen, sind Busfahrer Teil der Reisegruppe und übernachten in der Regel in derselben Unterkunft. Viele Hotels besitzen eigens für Busfahrer gedachte Zimmer. Zudem erhalten die Fahrer eine Verpflegungspauschale für Essen und Trinken.

Trinkgeld für Busfahrer

Trinkgelder für Busfahrer sind nicht unüblich und besonders ältere Personen geben gerne mal ein kleines Trinkgeld als Zeichen des Respektes sowie für den Service. Gerade bei sogenannten Kaffeefahrten oder längeren Touren sind Trinkgelder üblich. Sie sind aber nicht verpflichtend für die Gäste.

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