Nachhaltige Kraftstoffe im Vergleich

Kyrill Kretz
Kyrill Kretz
/ 5 Minuten

Der Verkehrssektor steht unter starkem Druck: Klimaziele, steigende CO₂-Kosten und neue gesetzliche Vorgaben machen eine deutliche Reduktion der Treibhausgasemissionen notwendig – und das möglichst kurzfristig. Gleichzeitig sind viele bestehende Fahrzeugflotten weiterhin auf Verbrennungsmotoren angewiesen.
Vor diesem Hintergrund gewinnen alternative Kraftstoffe an Bedeutung, die fossilen Diesel zumindest teilweise ersetzen können. Besonders häufig genannt werden HVO, Biodiesel und E-Fuels. Alle drei gelten als klimafreundlichere Alternativen, unterscheiden sich jedoch deutlich in Bezug auf Marktreife, Verfügbarkeit, Effizienz und praktische Einsatzmöglichkeiten.

Kyrill Kretz
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Was ist HVO? Herstellung und Einsatz

HVO (Hydrotreated Vegetable Oil) ist ein paraffinischer Dieselkraftstoff, der aus pflanzlichen Ölen und Fetten hergestellt wird. Zum Einsatz kommen dabei idealerweise Abfall- und Reststoffe wie gebrauchte Speiseöle oder tierische Fette. Diese werden unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen mit Wasserstoff behandelt.

Dabei wird der Sauerstoff aus den Molekülen entfernt. Das Ergebnis ist ein reiner Kohlenwasserstoffkraftstoff, der fossilem Diesel chemisch sehr ähnlich ist. In weiteren Verarbeitungsschritten wird HVO so angepasst, dass er die gewünschten Eigenschaften eines modernen Dieselkraftstoffs erfüllt.

HVO wird meist als HVO100 (Reinkraftstoff nach EN 15940) oder als Beimischung zu fossilem Diesel vermarktet und unterscheidet sich grundlegend von klassischem Biodiesel (FAME).


Wo wird HVO eingesetzt?

HVO gilt als marktreifer nachhaltiger Ersatz für Diesel und ist in mehreren europäischen Ländern bereits als HVO100 an Tankstellen verfügbar, besonders in Skandinavien und den Niederlanden.

Dank seiner Drop-in-Fähigkeit kann HVO bei freigegebenen Fahrzeugen ohne technische Anpassungen genutzt werden. Auch die bestehende Diesel-Infrastruktur bleibt vollständig einsetzbar.

Was sind die Chancen und Risiken von HVO?


Chancen von HVO:

  • Deutliche CO₂-Minderung über den Lebenszyklus (bei Reststoffen oft 80–90 %)
  • Sehr gute Kraftstoffqualität (hohe Cetanzahl, gutes Kälteverhalten, hohe Lagerstabilität)
  • Sofort einsetzbar für viele Bestandsflotten
  • Geringere Ruß- und Partikelemissionen


Einschränkungen von HVO:

  • Begrenzte Verfügbarkeit nachhaltiger Rohstoffe
  • Mengenmäßig kein vollständiger Ersatz für fossilen Diesel möglich
  • In der Regel höhere Kosten als fossiler Diesel
  • Klimabilanz stark abhängig von Rohstoffherkunft und Nachhaltigkeitszertifizierung
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Was ist Biodiesel? Herstellung und Einsatz

Biodiesel besteht aus sogenannten Fettsäuremethylestern (FAME). Er wird hergestellt, indem pflanzliche Öle oder Fette mit Methanol chemisch umgesetzt werden. Dabei entsteht neben Biodiesel auch Glycerin als Nebenprodukt. Die Qualitätsanforderungen sind in der Norm EN 14214 geregelt.

In Europa wird Biodiesel hauptsächlich aus Rapsöl, aber auch aus Altspeiseölen und tierischen Fetten gewonnen. Je nach Ausgangsstoff unterscheiden sich die Eigenschaften, zum Beispiel beim Verhalten bei Kälte oder bei längerer Lagerung.


Wo wird Biodiesel eingesetzt?

Biodiesel ist seit Jahrzehnten etabliert und wird überwiegend als Beimischung zu fossilem Diesel eingesetzt. Der Standardkraftstoff B7 enthält bis zu 7 % FAME und ist für nahezu alle Dieselfahrzeuge freigegeben. In bestimmten Flotten kommt auch B100 (Reinkraftstoff) zum Einsatz, allerdings nur mit entsprechenden Herstellerfreigaben.

Was sind die Chancen und Risiken von Biodiesel?

Chancen von Biodiesel:

  • Technologisch ausgereift, mit stabiler Produktions- und Lieferkette
  • Kurzfristige CO₂-Minderung durch Beimischung möglich
  • Regionale Wertschöpfung, insbesondere bei europäischer Produktion
  • Sinnvolle Nutzung von Abfall- und Reststoffen


Einschränkungen von Biodiesel:

  • Schlechteres Kälte- und Lagerverhalten als fossiler Diesel oder HVO
  • Oxidationsanfälligkeit und Hygroskopie (Wasseraufnahme)
  • Technische Begrenzungen bei hohen Beimischungen
  • Nachhaltigkeitsdebatten bei Anbaubiomasse (ILUC-Problematik)

Was sind E-Fuels? Herstellung und Einsatz

E-Fuels sind synthetische Kraftstoffe, die mithilfe von Strom aus Wasser und Kohlendioxid hergestellt werden. In einem sogenannten Power-to-Liquid-Verfahren wird zunächst Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Anschließend reagiert der Wasserstoff mit CO₂, wodurch ein Gasgemisch entsteht, das weiter zu flüssigen Kraftstoffen verarbeitet wird.

Das Ergebnis sind synthetische Varianten von Diesel, Benzin oder Kerosin, die chemisch fossilen Kraftstoffen ähneln und grundsätzlich in bestehenden Motoren eingesetzt werden können.

Einsatz, Marktreife sowie Chancen und Einschränkungen

E-Fuels befinden sich derzeit noch am Anfang der Marktentwicklung. Die zugrunde liegende Technologie ist bekannt, wird aber bisher vor allem in Pilot- und Testanlagen eingesetzt. Entsprechend sind die verfügbaren Mengen gering und die Herstellungskosten sehr hoch.

Was sind die Chancen und Risiken von E-Fuels

Chancen von E-Fuels:

  • Potenziell nahezu CO₂-neutral bei Nutzung von grünem Strom
  • Hohe Energiedichte und gute Speicher- und Transportfähigkeit
  • Nutzung bestehender Infrastruktur und Bestandsflotten möglich
  • Besonders relevant für schwer elektrifizierbare Bereiche (z. B. Luftfahrt, Schifffahrt)

 

Einschränkungen von E-Fuels:

  • Sehr hoher Energiebedarf und geringe Gesamteffizienz
  • Deutlich höhere Kosten als fossile Kraftstoffe oder Biokraftstoffe
  • Abhängigkeit von großen Mengen erneuerbarer Energie
  • Mittelfristig begrenzte Verfügbarkeit, kein Massenkraftstoff

HVO vs. Biodiesel vs. E-Fuels

Zur besseren Einordnung zeigt die folgende Übersicht die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick und macht deutlich, was diese im täglichen Einsatz konkret bedeuten.

HVO
Biodiesel
E-Fuels
CO₂-Reduktionspotenzial
Hoch, bei Nutzung von Abfall- und Reststoffen
Mittel bis hoch, abhängig vom Rohstoff
Sehr hoch, theoretisch nahezu klimaneutral
Rohstoffbasis
Gebrauchte Speiseöle, tierische Fette, Reststoffe
Pflanzenöle (z. B. Raps), Altfette
Erneuerbarer Strom, Wasser, CO₂
Motor-Kompatibilität
Hoch: sofort nutzbar in freigegebenen Dieselmotoren (Drop‑in)
Begrenzt: Standard nur bis B7, B100 nur mit Freigabe
Perspektivisch hoch: technisch kompatibel, aktuell kaum verfügbar
Infrastruktur
Bestehende Diesel-Infrastruktur nutzbar (Tankstellen, Lager, Logistik)
Bestehende Diesel-Infrastruktur nutzbar
Bestehende Infrastruktur grundsätzlich nutzbar, derzeit kaum Versorgung
Kosten
Höher als fossiler Diesel
Moderat, nahe an fossilem Diesel
Sehr hoch aufgrund energieintensiver Herstellung
Skalierbarkeit
Begrenzt durch verfügbare nachhaltige Rohstoffe
Begrenzt durch Rohstoffverfügbarkeit und Nachhaltigkeitsvorgaben
Stark begrenzt durch Strombedarf und Produktionskapazitäten
Marktreife
Hoch: kommerziell verfügbar
Sehr hoch: seit Jahren etabliert
Niedrig: Pilot‑ und Demonstrationsphase

Welcher Treibstoff ist der beste?

Einen eindeutig „besten“ nachhaltigen Kraftstoff gibt es nicht. Welche Lösung sinnvoll ist, hängt vom Zeithorizont, dem konkreten Einsatzbereich und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.

  • HVO ist derzeit die praxisnaheste Option, um bestehende Fahrzeugflotten kurzfristig und ohne technische Umrüstung klimafreundlicher zu betreiben.

  • Biodiesel bleibt eine bewährte Übergangslösung, insbesondere in Form von Beimischungen, stößt bei höheren Anteilen jedoch an technische und ökologische Grenzen.

  • E-Fuels sind vor allem eine strategische Zukunftsoption, insbesondere für Anwendungen, bei denen eine direkte Elektrifizierung kaum möglich ist.

Für Unternehmen und Verkehrsbetriebe gilt daher: Nachhaltige Kraftstoffe ersetzen keinen grundlegenden Systemwandel, sind jedoch ein wichtiger Baustein, um Emissionen kurzfristig und gezielt zu reduzieren.

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Sofern dem Vertrauensanwalt gegenüber, die Identität nicht preisgegeben werden soll, können Hinweise online und anonym über das nachfolgende Hinweisgeberportal abgegeben werden. Auch anonymen Hinweisen wird nachgegangen.

Es wird darauf vertraut, dass keine Hinweise in unredlicher Absicht abgegeben werden. Falschmeldungen können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Mit Hilfe von diesem Meldesystem stellt die AGT Bus- & Eventlogistik GmbH sicher, dass jeder Hinweis sorgfältig geprüft wird und dadurch dem Meldenden in keine Nachteile entstehen.

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Compliance Officer Services Legal

Rechtsanwalt Stephan Rheinwalt
Telemannstrafle 22
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